Wenn Worte zu schwach sind

Notiz vom 23. März 2009 in Leben | 2 Kommentare

 

Foto: flickr.com/Yves.

Als durchschnittlich begabter Schreiber kommt man ja im Normalbetrieb eigentlich ganz gut zurecht. Wenn es aber in die Extreme geht, wird es schwierig: Größtes Glück oder tiefsten Schmerz in Worte zu fassen ist doch fast nicht möglich. Oder? Selbst die Superlative versagen irgendwann, der Ausdruck ist beschränkt auf das Wort, ohne die Mimik, ohne die Geste dazu, ohne den Tonfall in der Stimme, den Blick in die Augen. Nur. Worte.

Und wie viele Worte sind verbrannt, zerschossen, verbraucht, verheizt im Klischee oder in der Floskel: „Mit freundlichen Grüßen“. Ja, wirklich? „Sehr geehrte/r …“. Hm, Ehre, wem Ehre gebührt, aber sicher nicht jedem. „Mein aufrichtiges Beileid“. Aufrichtig mag sein, aber auf dem Papier nur ein blasses Bild von Leid und Mitgefühl.

Im Online-Gespräch können Smilies bis zu einem gewissen Grad für Klarheit sorgen, sind aber auch nicht mehr als ein laues Hilfsmittel und außerdem Geschmackssache. Doch selbst der Brief oder die Mail, für die man sich Zeit und Ruhe nimmt, treffen den Sinn nicht garantiert.

Es bleibt dabei: Wer etwas Wichtiges zu sagen hat, tut das am besten Auge in Auge. Sich die Zeit nehmen, hingehen, reden, hören, reagieren, in Echtzeit. Denn Kommunikation ist kein Fast-Food und Extreme verdienen auch extreme Aufmerksamkeit.



Weiterlesen:

Demoszene
Marvellous! Brilliant! Excellent!
An eine, die vorüberging
Der abgeschlossene Roman (3)

2 Kommentare

  1. Florian Knorn
    24. März 2009

    Sehr schön in Worte gefasst…

    Reply
  2. b@ss
    25. März 2009

    extrem gut, was du geschrieben hast. und extrem richtig.

    Reply

Kommentieren: