Gefunden Mai/Juni 2010
Chillerstadt für nullzu10: Beim Angeln, ein Jahr danach

Das war schön. Damals, im letzten Winter, als all die Fremden zu uns kamen. Lustige Menschen waren das, lustige Sachen hatten sie an, ihre Bräuche hab ich nicht verstanden. Aber lustig waren sie. Die Bräuche. Und die Menschen.
Und sehr nett. Mein Name ist Kgalema. Ich habe damals oft am Ufer des Tyhume gesessen und geangelt. Da kamen sie alle vorbei: Bunte Hüte auf dem Kopf, bunt bemalt ihre Gesichter, sie hatten ihre Frauen mitgebracht und … weiterlesen bei Erdge Schoss
Gefunden März/April 2010
Keine Grenzen, nur noch Sein.

Ich frag mich schon die ganze Zeit, ob Du mich jetzt siehst,
ob Du mich hörst, Du in meiner Nähe bist.
Ich will Dich fragen was Du tust und wohin Du gehst,
will nur wissen, ob Du mich verstehst.
Lauf durch Straßen ohne Farben, ohne Spuren, ohne Narben,
ohne Alter, ohne Zeit, für den nächsten Weg bereit,
kann jetzt da sein oder hier, überall bin ich bei Dir,
schließ die Augen, atme ein, keine Grenzen, nur noch Sein.
Fühl mich schwerelos, kann den Boden nicht mehr seh’n,
komm Dir näher, kann Dich hör’n, kann Dich fast schon seh’n,
hab ein’n Teil von Dir dabei,
wir sind Eins und Du bist Zwei.
Verlier ein’n Teil von mir auf meinem Weg zu Dir,
lös mich auf in dieser Stunde und Minute und Sekunde,
kann jetzt da sein oder hier, überall bin ich bei Dir,
schließ die Augen, atme ein, keine Grenzen, nur noch Sein.
Der abgeschlossene Roman (4)
„Sie! Ja so wie Sie sich das vorstellen, geht das aber nicht!“ Ich hatte es schon wieder getan. Die leeren Flaschen in der Küche eingesammelt, gedankenlos in einen Korb gelegt, um diesen dann wenig später der zuständigen Leergetränkeflaschen-Fachmitarbeiterin zu präsentieren; in der Hoffnung, nach erfolgter Inaugenscheinnahme dafür den ein oder anderen Euro Pfand zurückzubekommen. Und bin natürlich wieder voll ins Messer gelaufen: Im Korb befanden sich neben dem pfandwerten Leergut drei pfandfreie Plastikflaschen, die ich von unterwegs mitgebracht hatte, aus möglicherweise zweifelhaft beleumundeten Discountsupermärkten fernab der Heimat.
Ich habe eine leise Ahnung, was hier gleich auf mich zukommt, so sicher, so unausweichlich, als würde ich gerade aus einiger Entfernung beobachten, wie ein Glas zu Boden fällt – es wird zerschmettern und ich kann nichts dagegen tun; genauso wird es mir gleich ergehen. So sehe ich mir selbst dabei zu, (weiterlesen…)
Der Schwätzer
(Gezeichnet irgendwann 2002, eben wiedergefunden; aber was er sagt, hab ich vergessen. Bestimmt kamen viele englische Fachausdrücke darin vor und leise war’s ganz sicher auch nicht. Aber ganz wichtig, normbrechend und relevant. Dochdoch. Vielleicht hatte es mit SEO zu tun, obwohl … das war damals noch nicht sooo das Thema. Möglicherweise aber auch mit vertikaler Applikationsintegration, kennen Sie das?, und morgen dann der IPO. Nee, das war ja damals schon durch, das mit dem IPO.
Vielleicht ging es aber auch nur um einen Gebrauchtwagen. Hab ich vergessen.)
Die Kapelle
Man darf ihr nicht zu nahe kommen, das Betreten der Insel ist nur den ortsansässigen Vögeln gestattet. Im Sommer kann man sie aus der Nähe sehen, wenn man leise mit dem Ruderboot um sie herum fährt. Jetzt, im Winter, knirscht man zu Fuß durch den gefrorenen Schnee am See entlang. Sie wirkt dann nicht weniger geheimnisvoll als von weitem, von der Terrasse des Schlosses aus gesehen.
Sie stand da nicht schon immer und echtgotisch ist sie auch nicht, lediglich neu-. Genau genommen ist gar nichts echt an dieser Szenerie: die Inseln ebensowenig wie die Kapelle, die erst Anfang des 19. Jahrhunderts nach Monrepos umgezogen ist. Und leicht hat sie es sicher auch nie gehabt: aufgewachsen nur im Maßstab 1:4 gegenüber dem gotischen Original und dann auch noch eine Bombe 1944.
Aber sie hat Stil. Zu jeder Tages- und in jeder Jahreszeit steht sie stolz und erhaben auf ihrer Insel und tut so, als hätte sie ein Geheimnis, die kleine Kathedrale. Und dieses Geheimnis wird sie auch dann noch hüten, wenn sich unsereins bereits das Gras von unten ansieht. Sie hält uns auf Distanz: gucken ja, aber nicht anfassen!, umrahmt und bewacht von der Natur. Wenn man respektiert, dass hier Enten und Schwäne Herr im Haus sind, wird man geduldet. Und darf ein paar Stunden an diesem Ort verbringen.
Nur nicht zu nahe kommen, sagte ich ja bereits.
„Experten fürs Leben“
Das Video zur neuen Caritas-Kampagne Experten fürs Leben. Sehr stark, finde ich. Und sehr wahr. Und sehr eindringlich:

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