Linsen, Spätzle und Wolken

Wenn ich beim Mittagessen weder auf meinen Teller noch meinem Gegenüber ins Gesicht sehe, dann liegt das daran, dass sich die Wolken täglich aufs neue darin übertreffen, ganz, ganz großes Bombastkino auf den Himmel zu zeichnen. Und dass dieser Satz auch für zwei gereicht hätte, liegt daran, dass ich immer noch so überwältigt bin.
Springer stellt auf Apple um
[via | youtubedirekt]
"Ich schmecke junges Leder ..."

... weiterlesenAaaah! Recht frühreif, aber schon von Charakter! Ein starkes Rückgrat aus Walnuss und Erdbeere - blümerant, aber auf erdige, ehrliche Art. Ein Echo aus Lakritz hallt lange am Zäpfchen nach und seilt sich dann tief in die Speiseröhre ab. Ein Reifeton, der schmeckt wie eine alte Geige, die ein vertrautes Wiegenlied spielt. Der unvermeidliche Pfirsich, der in jedem Roten lungert, aber paniert mit mürbem Keks. Da ist Kerzenfett. Neuschnee. Spekulatius. Wenig Finesse, dafür eine burschikose Säure, die etwas breitschultrig ist an den Kanten, aber korrekt ins Holz nagelt ...
Jessica Rabbit - untooned

Wer sich damals schon gefragt hat, wie Jessica Rabbit wohl in echt aussehen würde (komm, das wollten wir doch alle wissen, gibs zu, oder?), hat jetzt endlich die Möglichkeit, es herauszufinden: Pixeloo hat sie zusammenretuschiert, oder - besser gesagt - „create her with realistic lighting and textures“. Amazing! ... weiterlesen
Jeff Jarvis: Journalismus im Internet-Zeitalter
Klicken, sehen und zuhören:News-Medien werden schrumpfen. Punkt!”, sagt Jeff Jarvis im Interview. Außerdem äußerst Jarvis sich im Gespräch über Verlage, die Web-Communities kaufen, die veränderte Beziehung zwischen Medien und der Öffentlichkeit und erklärt, warum es seiner Meinung nach für Journalisten ein Fehler ist, Social Networks zu ignorieren.
[via]
Wieso eigentlich „Bockmist“?

446 Seiten in weniger als 24 Stunden gelesen: Das sagt zwar noch lange nichts über die Qualität eines Buches aus, aber einiges über den Spaß, den ich beim Lesen hatte. Autor ist Hugh Laurie, der mir als bekennendem Dr. House-Fan ohnehin sympatisch ist, und „Bockmist“ ist sein erster und bisher einziger Roman. Warum man das Buch allerdings Bockmist nennen muss - der Roman erschien in Deutschland bereits 1997 unter dem Titel Der Waffenhändler - bleibt mir ebenso ein Rätsel wie die blaue Unterhose, die das Buchcover ziert. Aber der Heyne-Verlag hat sicher einen guten Grund dafür, die Titelgestaltung im Fahrwasser erfolgreicher Bücher vom Modell freigestelltes-Foto-auf-knalligem-Hintergrund-mit-ein-Wort-Buchtitel anzulegen (siehe z. B. Vollidiot, Feuchtgebiete, etc. ). Aber wer wird denn schon ein Buch nach seinem Cover beurteilen? Eben.
Worum es geht, ist schnell erzählt: ... weiterlesen
Klammer auf:

Ich muss ab und zu mal nachsehen, ob es diese Seite noch gibt, so selten, wie ich gerade chillerstadte. Ja, es gibt sie noch. Schön. Und irgendwann hab ich dann bestimmt auch wieder Zeit, mich ein bisschen länger hier aufzuhalten. Wenn ich nicht so sehr mit Arbeit und Leben beschäftigt bin. Es sind noch Songs in der Pipeline ... Klammer zu.
(PS: 2008 wird bestimmt spitze. Ist auch nur 4 km entfernt.)
Privatprivat und öffentlichprivat

Es ist ein Dilemma. Es liegt mir nämlich auf der Zunge - nein, falsche Metapher, vielmehr geht es ums Das-Herz-nicht-auf-der-Zunge-tragen-wollen (holprig, aber als Metapher schon besser). Denn es gäbe so viel zu sagen, so viel ist passiert. Aber das alles hier ins Blog zu schreiben wäre nun doch zu - hm - unprivat. Dabei sind es doch gerade die privaten Momente, die Ansichten und ganz subjektiven Einsichten, die ein Blog interessant machen; die besten YouTube-Links findet ihr schließlich auch woanders.
Ich habe das noch nicht gelöst. Vielleicht denke ich mir ein Alter Ego aus und lasse ihn - fiktiv und verschlüsselt natürlich - das erleben, was ich hier nun doch nicht ausplaudern möchte. Mal sehen, wahrscheinlich nicht.
Jetzt muss ich noch ein bisschen über das Privatprivate und das Öffentlichprivate nachdenken. Vielleicht schreib ich auch bald mal wieder was ins Blog. Ja, mir gehts gut.
Der Denker und Der Kuss
Freeze
Frozen Grand Central from ImprovEverywhere on Vimeo.
Zitat:"That is the weirdest thing I’ve ever seen". Alles rund um diese Aktion findet man hier, bei Improv Everywhere.
Stille

Ich mag diese Momente der Stille. Wenn der Tag Platz für die Dunkelheit gemacht hat, wenn das Haus schläft und auf der Straße nur noch ein paar Übriggebliebene unterwegs sind; von hier sieht es so aus, als wären sie sich dessen bewusst: die Fußgänger, mit eingezogenem Kopf und ziemlich schnellem Schritt und die paar Autos, die doch schon längst zuhause sein wollten ... weiterlesen
Wikisupport

Ich weiß nicht, wie oft ich pro Woche mal schnell was in der Wikipedia nachschau, oft genug jedenfalls, um den aktuellen Spendenaufruf abzunicken:
... weiterlesenSie kennen Wikipedia als eine Website, die Ihnen bei fast allen erdenklichen Fragen weiterhilft. So geht es vielen. Mittlerweile zählt Wikipedia zu den zehn am häufigsten aufgerufenen Internetangeboten weltweit, und entsprechend viel Energie muss die Wikimedia-Foundation in den Betrieb der technischen Infrastruktur für die umfangreichste Enzyklopädie aller Zeiten stecken. Aber der Betrieb der Wikipedia-Server deckt nur einen kleinen Teil unserer Aufgaben ab [...]
Die Auflösung des Bücherrätsels
Alles vermischt sich: die Länder, die Menschen, die Jahre, die Körper.
stammt aus Frédéric Beigbeder: Der romantische Egoist; ich weiß gar nicht mehr genau, wie ich auf dieses Buch gekommen bin. Ich glaube, es ist mir beim Stöbern im Buchladen in die Hände gefallen. Es handelt vor allem von Sex und Nachtleben, dargestellt in der Form eines Tagebuchs. Wenn ich es nicht im Urlaub gelesen hätte, wo ich sowieso maximal entspannt war und reichlich Zeit hatte, hätte ich es wahrscheinlich nach spätestens 30 Seiten wieder weggelegt. Und doch: Zwischen all diesen nicht enden wollenden und unendlich eitlen Weiber- und Saufgeschichten stecken immer wieder echte Perlen; ... weiterlesen
Das Satz-aus-der-Mitte Bücherrätsel

Ja, super, heute gibts was zu gewinnen: Über den Anfang eines Buches, den jeweils ersten Satz, sind schon ganze Bücher geschrieben worden, ebenso darüber, wie man ein Buch beendet; famous last words kann man sogar auf CD kaufen. Aber was ist mit der schweigenden Mehrheit, den zahllosen Sätzen irgendwo in der Mitte eines Buches? Unzitiert, ungeliebt, irgendwo zwischen Anfang und Ende, in der Dunkelheit zwischen den Buchdeckeln, gelesen, vergessen, ein Trauerspiel. Aber damit ist jetzt Schluss. ... weiterlesen
Wieder da.

Als bekennender Urlaubsmuffel bin ich doch jedesmal überrascht, wie schön es woanders ist - wenn man sich dann wirklich mal eine richtige Auszeit nimmt, so mit Koffer packen, Flugzeug fliegen, Strand und was man da im Urlaub eben sonst noch so macht. Dieses Jahr wollte ich mal herausfinden, ob diese zweifelhaft beleumundete Balearen-Insel wirklich „eigentlich ganz schön“ ist. („Eigentlich ganz schön“ sagt man immer dann, wenn man betonen möchte, dass man an keinerlei Veranstaltungen teilgenommen hat, bei denen man im Kollektiv alkoholische Getränke aus Putzeimern zu sich nimmt. Hab ich gehört.) Und jetzt ... weiterlesen
Auf der Suche nach Schönheit, Sünde, Weisheit und Sex

Wer googelt wo nach was? Das Zeitmagazin Leben hat untersucht, aus welcher Region Deutschlands die meisten Suchanfragen zu bestimmten Worten kommen. So ergibt sich eine Landkarte der
(Ja, ich gebe zu, dass ich diesem Eintrag auch eine weniger reißerische Überschrift hätte geben können. Aber die Versuchung war einfach zu groß.)
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Wie geht es Ihnen?

In meiner kurzen Polemik über die billigste aller Ausreden habe ich sie bereits kurz erwähnt: die Konventionen, die unser tägliches Miteinander regeln. Vielleicht gehört das hier aber auch eher in die Welt der inhaltsleeren Sprachfüllsel. Egal, heute wird es schon wieder polemisch: Ich finde es höchst seltsam, dass jeder so tut, als sei er ernsthaft um das Befinden ausnahmslos aller seiner Mitmenschen besorgt. Wie sonst ist die Frage zu verstehen, die einem ständig um die Ohren saust: „Wie geht es Ihnen?"
Erwartet jemand ernsthaft eine aufrichtige Antwort? Nein, ich weiß, ich frag ja auch nur deshalb so spitzfindig, weil es mir - abhängig von der Tagesform - gelegentlich ein wenig auf den Kittel geht. Zur Strafe trompete ich dann ein gutgelauntes "Prima!" durchs Telefon und ... weiterlesen
Keine Zeit.

Heute steht mir der Sinn mal wieder nach ein wenig Selbsterkenntnis. Da ich aber davon ausgehe, dass ich nicht der einzige bin, dem es so ergeht, lasse ich das persönliche „ich“ beiseite und verallgemeinere mal ganz schamlos zum alles und alle umfassenden „man“:
Woran liegt es eigentlich, dass man mit dieser billigsten und einfallslosesten Ausrede von allen – „ich hatte leider keine Zeit“ - fast immer so mühelos und ungeschoren davonkommt? Dinge, die in zehn Minuten, höchsten zwei Stunden locker zu erledigen wären (na gut, vielleicht auch ein wenig mehr, aber darauf kommt es nicht an), scheitern an vorgeschobenem Zeitmangel. Lachhaft.
Tatsache ist, dass „keine Zeit“ in Wirklichkeit die geringste Rolle spielt. In Wahrheit ... weiterlesen
Maxim Biller: Liebe heute
Damals

Ich bin gerade von einem Ausflug zurückgekommen, von einem Abstecher in ein paar - hmmm - ungefähr so knapp 20 Jahre alte Fotokisten. Du lieber Himmel, ach du meine Güte, gibts-doch-gar-nicht-sowas: fremde, längst vergessene (na gut, nicht unbedingt vergessene, aber schon ziemlich verblasste) Welten tun sich da auf. Frisuren und Klamotten, an die man sich nur unter einigem Widerstand erinnern möchte („Bin ich das? Nee ... Was hab ich denn da an? Und diese Frisur ...“). Aber: Hey! Das waren die Achtziger! Das war ... weiterlesen
So gehts doch auch.

Dienstag, gleich viertel nach elf, halbdunkel, Fernseher aus. Draußen ist es still, es hat aufgehört zu regnen. Über Airtunes läuft Jeanette Lindström (mal wieder), neben mir auf dem Sofa liegt der Hund und schnarcht. Alles in allem gar kein schlechter Abend.
An eine, die vorüberging
In großer Trauer, schlank, von Schmerz gestrafft,
Schritt eine Frau vorbei, die mit der Hand gerafft,
Den Saum des Kleides hob, der glockig schwang.
Anmutig, wie gemeißelt war das Bein.
Und ich, erstarrt, wie außer mich gebracht,
Vom Himmel ihrer Augen, wo ein Sturm erwacht,
Sog Süße, die betört, und Lust, die tötet, ein.
Ein Blitz ... dann Nacht! - Du Schöne, mir verloren,
Durch deren Blick ich jählings neu geboren,
Werd ich in Ewigkeit dich erst wiedersehn?
Woanders, weit von hier! zu spät! soll’s nie geschehn?
Dein Ziel ist mir und dir das meine unbekannt.
Dich hätte ich geliebt, und du hast es geahnt!

Dieses Gedicht ist vor ungefähr, hmm, neun oder zehn Jahren auf meinem Schreibtisch gelandet. Und es ist hängengeblieben (im Kopf, nicht auf dem Schreibtisch).
Eigentlich allerhöchste Zeit, mal mehr von ihm zu lesen, z.B. hier oder gleich hier. Und alles Gute zum Geburtstag, Monsieur!
Marvellous! Brilliant! Excellent!

Das Englische funktioniert ja in vielerlei Hinsicht anders als das Deutsche. Während wir uns mit der-die-das rumärgern müssen, entspannt man sich im Englischen mit einem „the“, bei dem man allenfalls über das „th“ stolpern kann. Dass im Englischen aber nicht alles so einfach ist, zeigt uns Scot W. Stevenson in seinem sehr empfehlenswerten Blog USA erklärt – Der faktische Hintergrund, freundlich erklärt; zum Beispiel warum „good“ noch lange nicht gut genug ist, was eine little white lie ist ... weiterlesen
Was für eine großartig schöne Idee:
Renaissance ...

... eines Süchtigmachers aus früher Kindheit: Vier gewinnt. Sogar das knallende Geräusch der Plastik-Chips ist ganz gut getroffen.
[via]
Zum ersten und zum letzten Mal

Ist euch das schon mal aufgefallen? Man weiß meistens ziemlich genau, wenn man etwas zum ersten Mal tut. Aber nicht, wann zum letzten Mal. Und vor allem ist man sich dessen meistens nicht bewusst.
Du erinnerst dich genau, wann du deine Freundin zum ersten Mal geküsst hast. Aber dass du nie mehr in das Café gehen wirst, in dem du vor 20 Jahren fast täglich warst, wusstest du nicht, als du damals die Tür hinter dir zugezogen hast.
Das erste Mal fahrradfahren ohne Stützräder ist ein Triumph ohne gleichen, wann du aber das letzte Mal von einem Motorrad steigst? Keine Ahnung.
Unterwegs begegnen dir tausend Leute, die meisten nur flüchtig, manche begleiten dich ein Stück. Die wenigen, die dir wirklich viel bedeuten, siehst du auch irgendwann zum letzten Mal. Und weißt es nicht.
Und die Moral von der Geschicht’? Nutze den Tag und sag denjenigen, die du magst, dass du sie magst.
Luxus

Mir ist aufgefallen, dass meine Auffassung von „Luxus“ doch erheblich von dem abweicht, was man so allgemein darunter versteht. Die Wikipedia zum Beispiel spricht da ein klares Wort:
(„Üppige Fruchtbarkeit“ find ich besonders gut ...) Nein, für mich stellt sich Luxus anders dar. Ich könnte es unter den Begriffen „Zeit“ und „Freiheit“ zusammenfassen: ... weiterlesenLuxus (v. lat.: luxus = Verschwendung, Liederlichkeit, (eigentlich) „üppige Fruchtbarkeit“) bezeichnet Verhaltensweisen, Aufwendungen oder Ausstattungen, welche über das übliche Maß (den üblichen Standard) hinausgehen bzw. über das in einer Gesellschaft als notwendig und - zum Teil auch - für sinnvoll erachtete Maß.
Das Interface von morgen. Oder übermorgen.
Kaffee-Stöckchen
Da denkt man an nichts böses, fragte sich gerade, ob man nun nochmal den Sartre zu Hand nähme oder doch lieber noch ein wenig durch den Winter, der ein Sommer sein will, flaniere, da plötzlich - ZACK! - ereilt einen die ehrenhafte Pflicht, über intimste Gewohnheiten Auskunft zu geben. Nun denn, dann soll es so sein:
Während der Mensch als solcher und per se wohl Wasser und Brot für das absolut lebensnotwendige Minimum hält, so muss ich diese Liste um „Kaffee“ erweitern. Ganz klar. Wobei ich sicher nicht zur Gourmet-Fraktion gehöre, die nicht nur Namen und Stammbaum der Kaffeebohne ihres Vertrauens detalliert benennen kann, sondern auch Herkunftsort, Hanglage, Vornamen und Sozialversicherungsnummer des fair gehandelten Kaffeelandwirts, Bouquet, Abgang und vieles andere mehr ... weiterlesen










